ENDSPURT

Sonntag, 26.03.2017

Heute bin ich genau 20 Tage in Äthiopien und habe die meisten Menschen als sehr gastfreundlich und aufgeschlossen kennen gelernt. Einige Freundschaften sind bereits entstanden und ich fühle  mich wohl, allerdings vermisse ich meine Lieben sehr und bin froh wenn der Alltag mich zurück hat.

Am Samstag war ich erneut mit ein paar neuen Freunden in Harar und diese Khat „Tradition“ ist ziemlich verrückt. Den ganzen Tag über hängen Leute in der Stadt rum und kauen ihr Khat. Am Abend werden sie dann aktiv und betrinken sich, oder machen was anderes. Wir waren den ganzen Tag unterwegs und es hat ziemlich viel Spaß gemacht sich mit ihnen auszutauschen. Ayele hat mich vor unserer Tour nach Harar zu sich nach Hause eingeladen und ich habe erneut die Gastfreundlichkeit und den starken Familienzusammenhalt spüren dürfen.

Am Abend habe ich mich in das Nachtleben gestürzt und kann definitiv sagen, dass dies nichts für mich ist. Leider war mein Akku leer, sonst hätte ich ein paar Fotos oder Videos gemacht. Die Leute tanzen sehr gerne und ziemlich verrückt (auch im Sitzen auf dem Stuhl) und dazu fließt ordentlich Alkohol. Ein Typ fand es ziemlich witzig sich liegend über die Tanzfläche zu rollen und ich habe überlegt ob dies vielleicht der Anfang einer neuen “Breakdance Kultur“ in Äthiopien ist. Nachdem was ich bisher gesehen habe, ist das Nachtleben durch Männer geprägt. Ich bevorzuge dann doch eher eine gemütliche Bar unter freiem Himmel, wo ich mich unterhalten kann, und gemütlich zwei, drei Bier trinke. Leider muss ich auch sagen, das viele der Äthiopier sehr konservativ und anstrengend sind. Frei nach dem Trump Motto: "Grab her by the p...." Am besten gefiel mir, mit den kleinen Tuk Tuks durch die nächtliche Stadt zu brausen.

Am Donnerstag werde ich höchstwahrscheinlich von Chichi abgeholt und wir fahren wie beim letzten Mal zwei Tage nach Addis Abeba. Auf dieser Tour werde ich bestimmt wieder viel erleben und freue mich sehr auf diesen Abschluss mit Chichi. Doch bis dahin habe ich extrem viel zu tun und muss mich wahrscheinlich auf nächtliches durcharbeiten einstellen. Morgen möchte ich ein Interview mit dem Verantwortlichen der Baumschule führen und muss dafür noch etwas vorbereiten. Nach der vollständigen Bestandsaufnahme in den zwei Arboreten bin ich ziemlich erschrocken über den Zustand. Ich bin immer noch dabei die ganzen Daten zu digitalisieren und schreibe bereits nebenbei an meinem Report. ENDSPURT ist angesagt und die Vorfreude auf Zuhause steigt. Das Abenteuer ist in seinen letzten Zügen und die nächste Woche, bis zu Abfahrt, wird extrem anstrengend. Aber ich hoffe doch noch etwas bewegen zu können und meine Projektpartner so zu motivieren, dass direkt nach meiner Abfahrt die Arbeit zur Revitalisierung der Arboreten beginnt. Nun noch ein paar aktuelle Bilder :-)

 

 

Basecamp Haramaya University

Dienstag, 21.03.2017

Hhm, tja wo fange ich an! Es ist bereits echt viel passiert und ich habe viel erlebt. Auf der Fahrt von Addis nach Harar habe ich mit Chichi viel gelacht und Spaß gehabt. Im Awash Nationalpark konnte ich erleben wie Pflanzen und Tiere reagieren, wenn es sechs Monate nicht regnet. Irre wie die Natur im "Standby Modus" verharren kann! Trotzdem habe ich echt viele Tiere gesehen :-)

   drought Eule für Otto

Ich hoffe die Bilder doppeln sich jetz nicht! Von Awash (der Stadt am NP) ging es am nächsten Tag weiter Richtung Osten. Auf meiner Reise habe ich einen Teil von Chichis Familie kennenlernen dürfen und die äthiopische Gastfreundschaft erlebt. Zwischen traditioneller Kaffee Zeremonie und traditionellem Khatrausch war alles dabei! Nach einer wunderbaren zweiten Nacht bei Chichis Familie habe ich auf dem Haramaya Campus mein Basecamp aufgeschlagen. Anstatt nun jeden Tag von Harar hier her zu pendeln, kann ich mich gleich am Morgen in das Projekt stürzen.. hhm voll vernüftig irgendwie. Aber erst war ich etwas unschlüssig ob das passt :-)

Aber es passt super. Ich habe mich nach ein paar Tagen prima an das Campusleben gewöhnt und irgendwie auch ziemlich abgefahren dies nochmal in dieser Form erleben zu dürfen. Meine Freizeit lässt sich prima gestalten, obwohl mich das Projekt schon ganz schön fesselt. Nun habe ich auch erst einmal genug geschrieben und lasse die Bilder vom kleinen Arboretum auf euch wirken. Mehr möchte ich jetzt auch gar nicht veraten ;-)

 

Das mit dem Hochladen der Bilder ist nicht immer ganz einfach mit meiner Internetverbindung! Das WhatsApp so reibungslos über mobile Daten funktioniert ist auch ein kleiner Hinderungsgrund! Aber ich gelobe Besserung und werde jetzt alle zwei Tage versuchen euch mit Updates zu versorgen. Das Arboretum ist leider vieles, aber kein guter Platz für ein Baumleben! Pflege ist ein Fremdwort und "Scheißhaus" für die angrenzende Baumschule trifft es wohl eher. Hier könnte es tatsächlich passieren beim Sch... erschlagen zu werden. Mit jedem Wind knacken die toten Eucalyptusbäume und selbst während meiner Arbeit ruft die Natur die Leute ins Arboretum.

UND JA, ICH BIN REINGELATSCHT!

Der Großteil der Bäume muss dringend gefällt werden und ein weiterer Großteil ist so negativ in der Vitalität, das auch hier eine Fällung unausweichlich sein wird. Der Rest steht dicht an dicht und teilweise völlig wild zusammen, was mir bei der Datenaufhnahme ware "Freude" bereitet. Schnittmaßnahmen wurden nur illegal zu Holznutzung, irgendwelcher Campusbewohner, durchgeführt und selbst die Lichtblicke im Arboretum Nr.1 sind schwere Patienten. Ich habe mein Konzept im Feld bisher dreimal angepasst und komme nun recht gut voran. Ich betrachte jeden Baum, aber nehme nun nicht mehr alle Parameter auf, sondern betrachte die flächigen Bestände der unterschieldichen Quadranten nach Arten und klassifiziere selbige in unterschiedliche Einheiten zur Vitalität, Wüchsigkeit etc. Der Großteil muss letztendlich eh gefällt werden und ein ökologisch verträgliches Konzept für die kommenden Jahre zur Neugestalltung und Pflege ist mein Ziel.

Tja die Zeit rennt und momentan bin ich alleine im Feld, weil meine Helfer Nr. 1 Vater geworden ist und Nr. 2 nach einem halben Tag an der frischen Luft nicht mehr zu erreichen ist :-) TIA.... ach ja Wasser gibt es Mittags und Internet am Abend!!!

So der meistgesagte Satz am Tag ist: HEY are you fine, Hey, yeah I am fine, how are you? I am fine! FINE

Das kommt bestimmt 20 mal oder öfter und JA die Äthiopier sind echt freunlich. In diesem Sinne FEIN, das ihr mal wieder reingeschaut habt und bis ganz bald ihr lieben :*

T.I.A. This is Africa

Mittwoch, 15.03.2017

Bedeutet, das hier Dinge passieren die sonst nirgends passieren.. Hier war gerade wieder ein Absturz und alles wurde gelöscht! Daher wundert euch nicht wenn ich halbfertige Einträge poste und dann lange nicht.

T.I.A...

Also aufs neue Fotos und Text folgt dann sobald ich Zeit habe und INTERNET.

 

                                

Addis Abeba or in english Addis Ababa oder amharisch "neue Blume"... amazing Town

Sonntag, 12.03.2017

Hello all togeher,

Nach ca. 11 Stunden Flugzeit und einem Zwischenstopp in Istanbul sind Peter und ich um zwei Uhr nachts örtlicher Zeit in Addis Abeba angekommen! Schon die ersten Sekunden auf Afrikanischem Boden waren irgendwie magisch. So wie dieses Gefühl über die Elbbrücken in Hamburg einzufahren, oder wenn der Hafen plötzlich an der A7 aufblitzt, oder der Ankumer Dom über der leicht hügeligen Landschaft J… Ein gutes Gefühl!!!

  Addis from Mount Entoto 

Addis Abeba ist Krass! Noch nie war ich in einer Stadt wie dieser, die explosionsartig wächst und den inneren Teil immer weiter verdichtet mit Hochhäusern, Urbanisierungs- und Verstädterungsprozesse wie im Lehrbuch. Alte gewachsene Viertel werden einfach weggewalzt für neue Betonklötze. Das geht so einfach, weil hier alle Menschen zur Zeit des Kommunismus in den 70ern enteignet wurden.

Eukalyptus transport

Die Menschen sind jung, wahnsinnig jung! 45% der Bevölkerung sind unter 14 Jahren in Äthiopien. In Deutschland sind es vergleichsweise 13%. Es ist eine ganz besondere Energie auf den Straßen zu spüren. Zudem ist verrückt durch die Straßen zu laufen oder zu fahren und ein Gefühl zwischen Vergangenheit und Moderne zu erleben.

Zwischen Geschäftsleuten, westlich gekleideten Menschen, Schuhputzern, Bettlern und Leuten in traditioneller Kleidung. Die öffentlichen Parkanlagen sind nicht für die Öffentlichkeit geöffnet und so sind in einigen Teilen der Stadt leere Stadtparks mit leeren Kinderspielplätzen zu sehen, während die Leute am Straßenrand sitzen.

 

Die Luft ist stickig, Smog – Betonstaub – was weiß ich für Staub und dazu die Höhe von mehr als 2200 Meter über dem Meeresspiegel macht mich Nordlicht hin und wieder kurzatmig. Am Sonntag bin ich 6 Tage hier und habe schon viel erlebt und sehr interessante Menschen kennen gelernt. Einen Schweizer Förster mit dem Namen Oberholzer, der versucht den hiesigen Förstern zu vermitteln, das Kahlschlag keine Lösung ist. Oder Peters Kumpel, der hier eine kleine Bar betreibt und viele Geschichten erzählt hat. Das Internet ist sehr unzuverlässig und es kann auch passieren das plötzlich der Strom ausfällt..

Gleich starte ich in Richtung Harar, wo ich das Arboretum der Haramaya Universität kartieren werde und zudem einen Vitalitätscheck vornehmen möchte. Zusätzlich werde ich eine Baumschule besuchen und dort ein Interview führen. Ich trage eine kleine Bibliothek mit mir rum und bestimmt 2 GB an relevanten PDF’s, welche mich mit allen zusätzlichen Informationen versorgen soll. Der Übergang von der Stadt aufs Land soll heftig sein.. ich werde euch berichten.

See you soon in Ethiopia. Jetzt kommt mein Fahrer CHEECH und sammelt mich ein, also folgen die Fotos beim nächsten Stop mit Internet.

 

 

Bald geht es los

Mittwoch, 01.03.2017

Am 6. März startet mein Aufenthalt in Äthiopien! Dort wirke ich für ca. vier Wochen im Forschungsprojekt Arboneth mit.

https://www.arboneth.com/

Mein Lager werde ich in der Stadt der Hyänen aufschlagen, Harar liegt im Osten des Landes: 

https://www.youtube.com/watch?v=WT2lLyNJxGg

Weitere spannende Infos zur Geographie findet ihr hier:

https://www.youtube.com/watch?v=eAB6o1rLH1w :-)

Over and out, see you soon in Ethiopia